11.5.2019 - 22.06.2019

Sonja Kretz

Im Labor im Eck 

Sonja Kretz (*1980) realisiert künstlerische Installationen, die eine verstörende Unruhe erzeugen. Klare Setzungen der Materialien, Hinweise auf Tierkörper, Behausungen und geheimnisvolle Titel fügen sich zu kryptisch anmutenden Objekten im Raum. Sonja Kretz schafft ein Universum von kühler Abstraktion und höchster Sinnlichkeit, das den Zuschauer durch seinen  Interpretationsspielraum und seine latente Wissenschaftlichkeit herausfordert.

 

 

Die Künstlerin wird für diese Ausstellung unterstützt von:

Hans und Lina Blattner-Stiftung
Ernst Wildi-Rohr Stiftung
Nora Flooring Systems AG
KABE Farben, Karl Bubenhofer AG
YOUNG & FRESH, Stadt Aarau 

 

Präsenz von Sonja Kretz im Eck

Sonja Kretz wird während ihrer «Labortätigkeit» eine Arbeit vor Ort weiterentwickeln. Das Publikum erhält einen Einblick in die Inspirationsquellen und Interessen der Künstlerin, wie auch ihrer Arbeitsweisen. Die Künstlerin ist an den Öffnungszeiten anwesend, Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, ihr bei der Arbeit zuzuschauen und mutig das persönliche Gespräch mit ihr zu suchen.

Öffentliche Filmvorführung:

11. Mai, 19 Uhr Bar, Projektion 21 Uhr / Eröffungsabend
22. Mai, 19 Uhr Bar, Projektion 21 Uhr

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit, Face to Face mit Sonja Kretz:
12. Mai, 16.00 – 17.30 Uhr    Anna-Lydia Florin, Filmemacherin  
16. Mai, 09.00 – 11.00 Uhr    Ralph Blättler, Architekt
18. Mai, 16.00 – 17.30 Uhr    Raffaela Schmid, Biologin
22. Mai, 08.30 – 10 .00 Uhr   Thomas Kapschak, Orthopädist
23. Mai, 13.30 – 15.00 Uhr    Daniel Farinotti, Glaziologe

Arbeit vor Ort und Öffnungszeiten, individuelle Begegnungen mit Sonja Kretz:

Samstag, 18. Mai,      17.30 – 19.00 Uhr 
Mittwoch, 29. Mai,    18.00 – 20.00 Uhr 
Montag, 3. Juni,         09.00 – 11.00 Uhr
Mittwoch, 5. Juni,      15.00 – 17.00 Uhr
Donnerstag, 13. Juni, 15.00 – 17.00 Uhr
Samstag, 15. Juni,      11.00 – 14.00 Uhr
Dienstag, 18. Juni,     12.00 – 14.00 Uhr
Samstag, 22. Juni,      19.00 – 21.00 Uhr / Finissage

 

Für die Präsentation im Eck nimmt Sonja Kretz den Ort und dessen Ziel als Projektraum zum Ausgangspunkt ihrer Präsentation. Sie stellt die Erwartungen an eine klassische Ausstellung auf den Kopf und macht öffentlich, was sonst im Verborgenen erarbeitet wird, um uns aber sogleich wieder auszuschliessen. Ihre Ausgangslage für die Arbeit ist der Ort an sich, das grosszügige Schaufenster zur stark frequentierten Altstadtgasse, die Farbigkeit des Raumes, die Kargheit der Kacheln, die Nützlichkeit des Lavabos oder die altertümliche Schnapptüre, sowie die in der Erinnerung präsente ehemalige Metzgerei.

Sonja Kretz zeigt am Eröffnungsabend am 11. Mai den für sie inspirierenden Film «Grand Budapest Hotel». Dieser wirkt absurd und abstrakt inszeniert. Formen und Farben sind überzeichnet und die Räume transportieren mit dieser Inszenierung eine sich selbst tragende Stimmung, welche manchmal sogar Schauspieler überflüssig zu machen scheint. Mit der Präsentation von «RAMS» am 22. Mai, dem Filmdrama zweier isländischer Brüder, die die Zucht ihrer Schafe und damit sich und ihre Zukunft retten wollen, wird sie nicht nur den Bezug zu Island schaffen, wo sie eine zweimonatige Künstlerresidenz verbringen durfte, sondern auch ihr Interesse für den Umgang mit hochtechnologischen Wissenschaften aufzeigen.

Der Raum im Eck wird von der Künstlerin zum Labor umfunktioniert, indem sie darin Wissen sammelt und dieses verarbeitet. Face to face führt die Künstlerin vom 12. bis 23. Mai Gespräche mit Fachleuten zu Film, Architektur, Biologie, Glaziologie und Orthopädie unter Ausschluss der Öffentlichkeit durch. Der intime Rahmen ermöglicht es der Künstlerin innert kurzer Zeit, vertieftes Wissen zur jeweiligen vordefinierten Thematik zu sammeln. Diese Sammlung wird in einem weiteren Schritt im Raum, für den Raum aufbereitet und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Unerwartete Verbindungen können geknüpft werden und neue Blickwinkel werden entstehen.